Jubiläum in Corona-Zeiten

 

2020 ist ein besonderes Jahr, nicht nur wegen der schönen Zahl, sondern auch wegen zahlreicher Jubiläen. Durch die Coronakrise sind diese teilweise ausgefallen, verschoben oder anders verlaufen als geplant, das hat fast jeder von uns persönlich erfahren müssen. Das betrifft aber nicht nur zahlreiche runde Geburtstage, sondern auch das Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren und die Erinnerung an das Leid, das Deutschland unter der russischen Bevölkerung bewirkt hat. Dort für Versöhnung einzutreten ist ein Aspekt der Arbeit unseres Hilfswerks.

Seit 30 Jahren bestehen die Partnerschaften mit russischen Städten und das sollte im Sommer gefeiert werden. Wann das nun nachgeholt werden kann, weiß noch keiner. Bald nach der Etablierung der Städtepartnerschaften 1990 begannen die LKW-Transporte mit Hilfsgütern nach Nowotscherkassk, in Iserlohns Partnerstadt. Die Perestroika hatte große Not hervorgerufen. „Kirche im Osten“ beteiligte sich an den Transporten der Kommune und hat, als der Kontakt mit den protestantischen Kirchengemeinden entstanden war, für 10 Jahre eigene Hilfsgütertransporte organisiert, insgesamt 40. In diesem Jubiläumsjahr gehen die Gedanken zu den Anfängen zurück, auch zu den vielen treuen Aussiedlern, ohne deren Hilfe die Transporte nicht möglich gewesen wären.

 

Die nächste besondere Zahl: vor 25 Jahren fuhr ich zum ersten Mal nach Nowo, zusammen mit dem Ehepaar Schieber und Frau Kalintschuk. Solange kennen wir unsere russischen Freunde also schon. Eine neue Generation ist inzwischen herangewachsen und hat Verantwortung in den Kirchen übernommen.

Und noch ein Jubiläum: in diesem Jahr wird die Aktion Babuschka 20 Jahre alt! Wie viele glückliche Gesichter haben wir auf Fotos oder persönlich gesehen. Allein in Nowo sind es mehr als 330 Omas und Opas gewesen. Aus der Idee von Frau Langguth anl. eines Besuchs in Nowo ist ein stabiles Projekt geworden, das seit einigen Jahren als Nebeneffekt Patenschaften für bedürftige kinderreiche Familien entwickelt hat. Gerade in der Verbindung deutscher Paten mit „ihren“ Babuschkas und Deduschkas liegt das Geheimnis der langjährigen treuen Unterstützung – im Gegensatz zu anonymen Spenden.

Die peFilonovrsönliche Hilfe in Form eines Lebensmittelpakets hat durch Corona an Bedeutung gewonnen. Alte Menschen sollen zuhause bleiben, Familien haben zum großen Teil ihr Einkommen durch den achtwöchigen Shutdown verloren. Nur wer in großen Firmen arbeitet, bekam Lohn, wie es heißt betraf es nur 8%. Viele arbeiteten einfach weiter oder wurden gleich entlassen. Die ungezählten (Schein-)Selbständigen gingen leer aus. Dazu gehören alle, die Putz- oder andere kleine Dienstleistungen anbieten oder als Handwerker nicht offiziell arbeiten. Wie gut ist es da, ein Lebensmittelpaket nach Hause gebracht zu bekommen oder eine finanzielle Hilfe zu erhalten, wie es bei den meisten unserer Familien der Fall ist. Rund 150 Patenschaften sind noch aktiv, neben 14 Familienpatenschaften mit ganz unterschiedlichen Summen. Leider ist die Zahl der Babuschkapatenschaften rückläufig, nur selten findet sich ein neuer deutscher Pate.

Wir suchen auch im Jubiläumsjahr nach Paten, die eine Babuschka oder einen Deduschka oder eine Familie unterstützen möchten. Wenn Sie interessiert sind, z.B. Deduschka Filonov zu helfen, dann melden Sie sich doch bei uns:

Vorsitzende: Jutta Stricker M.A., Bömbergring 117, 58636 Iserlohn, Tel. 02371/25747, info.kio(ät)web.de
www.kirche-im-osten.de
Finanzamt Iserlohn Steuernummer 328/5880/3509 - Amtsgericht Iserlohn VR 1104

Spendenkonto: IBAN: DE85 3506 0190 2102 1100 16 - BIC: GENODED1DKD

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