"Kirche im Osten" zur Krise in der Ukraine und auf der Krim

Ein Beitrag zur aktuellen Partnerschaftsarbeit von Jutta Stricker, Vorsitzende

Die sog. Krim-Krise erfüllt viele Menschen mit großer Besorgnis. Wie so mancher von Ihnen verfolge ich seit Wochen sehr aufmerksam die Nachrichten. U.a. auch, weil auf dem schmalen Streifen zwischen dem Kaukasus im Süden, der Ukraine im Norden und dem Schwarzen Meer im Westen unsere Partnerstädte liegen: Rostow (Dortmund), Nowotscherkassk (Iserlohn), Taganrog (Lüdenscheid) und Schachty (Gelsenkirchen). Bis in das ukrainische Industriegebiet Donezk, wo es vielleicht den nächsten Konflikt gibt, sind es keine 200 km Luftlinie von Rostow aus. Mit Hilfe der Karte gewinnt man einen Eindruck davon, wie nah alles beieinander liegt.

800px-Asowsches Meer

Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Asowsches_Meer.jpg *Karte des Asowschen Meeres *vom Kartenserver http://www2.demis.nl/mapserver/mapper.asp {{Bild-PD}} 24 June 2005 de:Benutzer:Chris Furkert   

 Aktion Babuschka

Eine neue Kandidatin wartete lange auf ihre Patenfamilie

Gorkowa1Tatjana Gor'kowa, Jahrgang 1938, ist seit 15 Jahren Witwe. Sie lebt in einem kleinen alten Häuschen in einem Vorort von Nowo. Weder einen Gasanschluss noch fließendes Wasser hat sie, vielmehr muss sie mit Kohle und Holz heizen und sich Wasser vom Anschluss auf dem Hof holen. Eine Badewanne oder eine Dusche sucht man ebenfalls vergeblich und der einzige Luxus ist ein gemauertes "Herzhausen", das ihr Sohn für sie gebaut hat. Leider ist auch er im vergangenen Jahr durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen.Tatjanas Rente beträgt 160 €, davon geht der größte Teil weg für den Einkauf der Kohle. Eigentlich muss sie das ganze Jahr sparen, um im Winter Heizmaterial zu haben. Gorkowa3Gorkowa2

 

 

 

 

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Lebensmittelpaket

 

 

 

 

 

Ein monatliches Lebensmittelpaket im Wert von 17,50€ ist für Frau Tatjana eine große Hilfe. Und zugleich ein Hoffnungszeichen, dass sie nicht ganz vergessen ist. Wir sind dankbar, dass wir eine Patin für Tatjana finden konnten.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, ein Babuschka zu unterstützen, dann schreiben Sie uns eine Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder rufen Sie uns an: 02371/25747.

Hilfswerk Kirche im Osten e.V., Bömbergring 117, 58636 Iserlohn

Unser Spendenkonto ist bei der KD BANK: DE85 3506 0190 2102 1100 16

 

Trauer um Paul-Hermann Schieber

PH SchieberIm Alter von 78 Jahren verstarb am 27. Januar 2014 Paul-Hermann Schieber. Das Hilfswerk Kirche im Osten verliert mit ihm seinen langjährigen Schatzmeister und späteren Zweiten Vorsitzenden.

Als Gründungsmitglied seit mehr als 25 Jahren dabei förderte der engagierte Christ unsere Arbeit für die Gemeinden in Iserlohns russischer Partnerstadt Nowotscherkassk. Seine Besuche in Russland haben die deutsch-russische Freundschaft vertieft und Wunden aus der Kriegszeit geheilt.

Zusammen mit seiner Frau Elfriede setzte sich Paul-Hermann Schieber außerdem besonders für die Integration russland-deutscher Aussiedler ein. Es gibt wohl kaum eine Familie dieser Iserlohner Neubürger, die den Namen Schieber nicht in guter Erinnerung hat. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Mit seiner Kamera hielt er alle wichtigen Momente fest und verschenkte großzügig Fotos, die diese Begegnungen im Gedächtnis wach halten.

Die Mitarbeiter des Hilfswerks und die russischen Freunde trauern mit Elfriede Schieber und der Familie um diesen wertvollen Menschen. „Wir sagen von Herzen 'Danke' und werden ihm ein treues Andenken bewahren“.

Engagement für unsere Geschwister im Glauben

Überlegungen zu den kirchlichen Partnerschaften

Was können wir von hier aus für die Menschen in der Partnerstadt tun? Außer spenden und beten? Das werde ich als Vorsitzende des Hilfswerks Kirche im Osten immer wieder gefragt, gerade auch angesichts der angespannten gesellschaftlichen Situation in Russland. Dazu möchte ich einige grundsätzliche Gedanken formulieren - über die russische Partnerschaft hinaus.

Zuerst greife ich eins der Stichworte wieder auf: beten. Für die Geschwister beten: wenn das wirklich viele täten, wäre das eine große Sache. Gottes Beistand für die Christen in Russland erbitten, insbesondere für die Protestanten: dass Gott ihnen Weisheit schenke im Umgang mit den Behörden, Mut zum Bekenntnis, Vertrauen darauf, dass ihre Sache in Gottes Händen liegt. Diese Fürbitte ist das eine.

Unsere Informationen im Mai

Krasser könnte der Unterschied kaum sein: bei uns Schneeregen Ende Mai und in Nowo 30 Grad im Schatten und beides nennt sich Frühling! Anfang Mai haben die Geschwister in Russland ihr Osterfest gefeiert. Einige Babuschki haben persönlich geschrieben, den anderen Paten und den Spendern allgemein gilt der österliche Gruß der Gemeinden: „Christus ist auferstanden“ - Er ist wahrhaftig auferstanden“. Sechs Wochen lagen diesmal zwischen den Osterterminen in Ost und West, und obwohl wir schon Pfingsten gefeiert haben, ist diese Botschaft topaktuell.

Dank des Internets und der Möglichkeit Mails zu schicken, sind wir jederzeit gut informiert über die Situation in unseren Partnergemeinden. Fast jeden Tag kommt eine Mail mit Fotos aus dem Leben der russischen Kirchenleute. Darüber hinaus waren jetzt schon zweimal deutsche Gäste in Nowo, von denen wir ebenfalls bestens informiert wurden.

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