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Andacht zum Losungsspruch August 2016:

Jesus spricht: Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander! (Markus 9,50b)

IMAG0516 1(CWi) Jesus spricht oft zu uns in Bildern. Und so ist dieses Salz natürlich ein ganz besonderes Salz. 
Es ist ein Bild für das, was mit uns nach seinem Willen geschehen soll.

Im Vers zuvor heißt es: Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden.

Mit Feuer gesalzen werden? 
Das Feuer steht für den Heiligen Geist, für den Tröster, in dem Jesus immer mit uns verbunden ist. 
Und diese Verbindung ist so eng, so innig, wie das Salz, das sich mit der Speise verbindet, dass man es nachher nicht mehr von der eigentlichen Speise trennen kann.

Eine Besonderheit muss dabei immer gesehen werden, um Missverständnisse zu vermeiden: Dieses "...gesalzen werden" ist nicht etwas, was wir machen können nach unserem Belieben. Nein, es geschieht mit uns aufgrund eines Willensaktes von Jesus. Es ist also etwas, was wir passiv "erleiden".

Wir können dazu lediglich "Ja!" sagen und darauf vertrauen (d.h. glauben), dass es gut ist, was Jesus durch den Heiligen Geist da mit uns tut. Wenn wir es in der uns von Gott geschenkten Freiheit zulassen, "gesalzen" zu werden, werden wir "eine neue Kreatur". So, wie sich jede Speise verändert, die gesalzen wird.

Ein anderes "Würzmittel" als den Heiligen Geist wird es für uns aber nicht geben. Wenn wir uns der Begegnung mit Jesus widersetzen, kann uns Jesus nicht mit dem Heiligen Geist salzen. Das Salz bleibt zwar gut, wird aber wirkungslos. Das ist aber nicht gut für uns.

Jesus meint es aber gut mit uns. Und so spricht er uns zu (ich verstehen den Spruch als Zusage!), was wir nicht selber machen können: Habt Salz bei euch... (habt mich bei und in euch, in jedem Einzelnen und in eurer Gemeinschaft) verbunden mit dem, wonach wir uns immer sehnen: ...und habt Frieden untereinander!

Diesen Frieden wünsche ich Ihnen und mir.

Christof Wiedermann

Prädikant und Presbyter

Andacht zum Losungsspruch Juli 2016

Der Herr gab zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor Dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor Dir ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will.  (2. Mose 33, 19)

Ist das nicht ein liebes Versprechen vom Lieben Gott? So richtig zum Wohlfühlen? 
Aber ist mein oder Dein Leben auch so, dass wir das Gefühl haben, es trifft aktuell für uns zu?

Der Zusammenhang für diesen Text ist krass: das Volk Israel hat sich das Goldene Kalb als Götzenbild gebaut und ihm gehuldigt, während Mose auf dem Berg war, um die Gesetzestafeln von Gott zu empfangen. Mose ist entsetzt und lässt 3000 Sünder im Auftrag Gottes mit dem Schwert töten. Aber Mose kämpft auch mit Gott um Vergebung für die Israeliten. Er baut die Stiftshütte, quasi ein Tempel in Zeltform, als Ort der Begegnung mit Gott und bittet ihn dringlich ihn sehen zu dürfen.

Mose ist wie wir: was wir sehen und fühlen können ist für uns leichter "fassbar" als einer unsichtbaren Macht zu glauben.

Sehen kann Mose Gott am Ende zwar nicht, aber er kann Ihn erfahren. Gott hat Mose einen schweren Auftrag gegeben, nämlich das Volk Israel durch die Wüste ins Gelobte Land zu führen. Für diesen Auftrag benötigt Mose die besondere Nähe Gottes, und Er gewährt sie ihm. ER lässt Mose seine Schönheit sehen, macht aber auch deutlich, dass seine Gnade und Erbarmen von niemandem anderen abhängig ist. Auch nicht davon, ob es uns gefällt, wie Er es macht.

Wir können Gottes Gnade und Erbarmen also nicht erzwingen, aber wir dürfen, wie Mose, Gott bedrängen mit aller Leidenschaft. Wir dürfen Ihn an seine Versprechen erinnern und so zeigen, dass wir an seiner Führung in unserem Leben interessiert sind.

Ich wünsche Ihnen die Erfahrung der Schönheit, der Gnade und des Erbarmens Gottes, 
gerade auch in schweren Zeiten.

Christof Wiedermann
Prädikant und Presbyter

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