Auswahl täglicher Andachten in christlichen Medien

Monatsandacht für den Juni 2017

Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apg 5, 29)

Der Monatsspruch für Juni umschreibt mit einem Satz die Kernaussage der Apostelgeschichte:
" Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen."
Bitte verstehen Sie diesen Satz nicht falsch, denn hier wird nicht zum Ungehorsam gegenüber Menschen aufgerufen.
Paulus erklärt dem Hohen Rat mit diesem einfachen Satz, warum er und seinen Freunde trotz des strikten Verbotes, nicht aufhören können von Gottes großer Liebe zu erzählen, zu lehren und in Gottes Namen zu heilen.
Jesus hat sie bevollmächtigt und sie ausgesandt, sie sind voll des Heiligen Geistes.

Vielleicht inspiriert Sie dieser Monatsspruch einmal (wieder) die Apostelgeschichte zu lesen und zu entdecken, wie die Menschen, die vom Geist erfüllt sind, den Glauben und die frohe Botschaft vom liebenden Gott in unsere Welt getragen haben und auch heute noch tragen. Gott setzt uns in Bewegung, wenn wir ihm gehorsam sind.

Gott sieht uns,
er segne und behüte Sie!

Johannes Lausberg
Presbyter der Ev. Versöhnungs-Kirchengemeinde

Andacht zum Monatsspruch Mai 2017

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt. (Kolosser 4,6)

Kolossa ware eine wohlhabende und berühmte Stadt mit Tuchwebereien, gelegen an einer wichtigen Handelsstrasse. Wir können also davon ausgehen, dass es den Menschen, wohl auch den Christen dort wirtschaftlich recht gut ging.

 

Die Christen dort liebten Paulus, den sie nie persönlich erlebt haben, denn sie sind durch einen seiner Mitarbeiter zum Glauben gekommen. Die Gemeinde in Kolossea war eigentlich gut aufgestellt: wirtschaftlich gesund und mit einer guten theologischen Basis.
Aber sie waren in Gefahr durch Irrlehrer in die Irre geführt zu werden.

Wie begegnet man Irrlehrern? Paulus tut es so: Er stellt noch einmal die Botschaft von Jesus in großer Klarheit dar, er stellt das herrliche Bild von Jesus den Menschen noch einmal leuchtend vor ihre Augen. Paulus ist überzeugt: wer die Herrlichkeit Jesu einmal gesehen und erkannt hat, ist nicht mehr so leicht durch Irrlehrer in die Irre zu führen.  Das, was er ihnen rät, tut Paulus in seinem Brief auch selbst:

 

Eure Rede sei allezeit freundlich...
Wir wissen es alle intuitiv: wir können unser Gegenüber nur durch Freundlichkeit gewinnen. Heftige Worte oder der Versuch mit Argumenten gewinnen zu wollen, ist meist erfolglos.

Am besten ist es natürlich, wenn der Mensch, der uns gegenüber steht, uns abspürt, dass er uns wichtig ist, dass uns etwas an ihm liegt. So können dann auch Korrekturen und Widersprüche gut vermittelt werden.

 

...und mit Salz gewürzt.
Also, erstens sollte die neue Speise, sollte unser Reden von Jesus Lust auf mehr machen. das ist wohl gemeint. Denn ich kann mir, außer Salz, noch viele andere Dinge vorstellen, die ein Essen so richtig schmackhaft machen. Pfeffer, Ingwer, Muskat, Thymian, Lorbeer, Nelken, Oregano, Orange, Zitrone, Curry, aber auch Kaltes und Warmes...und vor allem die richtige Mischung und Dosierung von den Gewürzen.

Der eine mag dies, der andere das. Der eine ist so zu gewinnen, der andere anders. Da ist es eine Frage des Gespürs, welches Wort, welche Formulierung dem anderen hilft, Jesus anzunehmen. Dieses Ziel aber soll im Visier bleiben.

Beides ist wohl gefragt: Die abspürbare Begeisterung und die eigene Handschrift des Kochs für seine Speise, und die Sensibilität des Kochs für seine Gäste, dass er sie neugierig auf Neues macht, und gleichzeitigf erkennen kann, wem er was vorsetzen muss, damit Begeisterung entsteht.

 

So lasst uns fragen, wie wir unser Reden und Handeln würzen sollen, damit die Menschen immer mehr wollen von diesem Jesus, unserem Retter.

 

Christof Wiedermann
Presbyter und Prädikant

Andacht zum Monatsspruch April 2017

Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? 
Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war. (Lukas 24, 5+6 / Luther 2017)

Der Evangelist Lukas hat sein Evangelium in exzellenter griechischer Sprache etwa um das Jahr 70 n. Chr. an den gebildeten Griechen Theophilus geschrieben. Er stellt ausdrücklich fest, dass er nach verschiedenen Quellen - u. a. nach dem Markusevangelium - gearbeitet hat, also ein Mann der zweiten Generation nach Christus war. Mithin ist er kein Augenzeuge der Auferstehung gewesen.

Dennoch habe ich keinen Zweifel, dass die Auferstehung des zuvor gekreuzigten Christus eine Wirklichkeit ist, wenn ich den Lukastext lese. Die Auferstehung und das damit verbundene mehrfache Erscheinen Jesu wird ja noch von weiteren Zeugen beglaubigt (u. a. Erscheinungen vor Petrus und den Zwölf, vor 500 Brüdern, sowie vor Jakobus und dem Gesamtkreis der Apostel). Im Übrigen hatte Jesus selbst vorher in Galiläa ja bereits davon gesprochen.

Gleichwohl ist das „Phänomen“ der Auferstehung Jesu eines der theologisch schwierigsten des gesamten Neuen Testamentes. Beweisen hätte man es als Vorgang nicht können, selbst wenn man damals schon Fernsehen, Fotografie, Mikrofon und alle anderen heutigen optischen und akustischen Mittel zur Hand gehabt hätte.

Ich denke, dass jeder in Bezug auf die Auferstehung Jesu deshalb schon einmal mit seinem Verstand in Konflikt geraten ist. Nur: Wer in diesem „krausen Zustand“ stehen geblieben ist, und sich von Gott nicht zum Glauben hat bewegen lassen, wird buchstäblich seines Lebens nicht mehr froh. Denn der Tod (unser sog. letztes „Lebens – Schicksal“) hat ja nur für alle diejenigen seine dunkle Kraft verloren, die den auferstandenen Christus als ihren persönlichen Retter aus dem Tohuwabohu des Lebens annehmen.

Für mich am einsichtigsten und glaubwürdigsten hat es Michael Welker, Heidelberger Systematiker, gesagt: „Nicht die Wiederbelebung eines Leichnams, sondern die Gegenwart der Fülle des Lebens Jesu Christi in der Auferstehung ist das göttliche Wunder.“ Mit diesen Worten wird mir die Geborgenheit eines Lebens unter dem Segen und in der Barmherzigkeit des auferstandenen Christus am hoffnungsvollsten erfahrbar. Ich darf sie auch auf mich beziehen. Sie leitet mich an zum Glauben und Beten.

Deshalb kann ich in den Osterjubel der Kirche einstimmen: Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

Dr. Hans-H. Stricker

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