Unser Gemeindeportrait

Entstehung und Name

Wappen IserlohnIserlohn ist eine Stadt mit gut 94.000 Einwohnern im Nordwesten des Sauerlandes in Nordrhein-Westfalen, ca. 30 km südlich von Dortmund und 15 km östlich von Hagen. Iserlohn ist etwa je zur Hälfte evangelisch und katholisch.

logo versöhnung 01 2018Die Evangelische Versöhnungs-Kirchengemeinde Iserlohn entstand 1996 durch die Aufteilung der Kirchengemeinde Iserlohn in fünf einzelne Gemeinden. Wir sind die Gemeinde, die den Innenstadtbereich von Iserlohn umfasst. Damals hatten wir etwa 11.000 Gemeindemitglieder. Von den ursprünglich 12 Pfarrbezirken der ehemaligen Kirchengemeinde Iserlohn übernahmen wir fünf und waren damit auch Inhaberin der entsprechenden Pfarrstellen. Das neugebildete Presbyterium hatte damals als abstimmungsberechtigte Mitglieder fünf Pfarrer/innen und 20 Presbyter.

Für den Namen "Evangelische Versöhnungs-Kirchengemeinde Iserlohn" haben wir uns entschieden, weil wir den Auftrag verspürten, unsere Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus zu verkündigen, aber auch, weil wir das Gefühl hatten, dass Versöhnung unter uns notwendig ist.

Aus fünf mach eins

Sehr schnell bemerkte das Presbyterium, dass es mit dem bisherigen pfarrbezirksbezogenen Denken und Handeln Gottes Auftrag für unsere Gemeinde nur schlecht erfüllen konnte. Es entstand die These: Aus fünf (Pfarrbezirken) mach eins (eine Kirchengemeinde)! Eine Reihe von verschiedenen Prozessschritten führten zu einem ersten Leitbild, das unsere nächsten Schritte bestimmen sollte.

Wir entdeckten die unterschiedlichen Strömungen und Glaubensrichtungen, die es bei uns gibt. Von Volkskirche, CVJM, EC, Landeskirchlicher Gemeinschaft bis hin zu charismatisch ausgerichteten Kreisen. Von Menschen, denen die "Richtung" egal war, Hauptsache die Gemeinschaft stimmt, bis hin zu Menschen, denen eine bestimmte Arbeit, ein bestimmter Dienst wichtig war (und noch ist). Dies alles galt es (und gilt es noch) zu versöhnen.

Leider war das nicht mit allen möglich, und so mussten wir uns von einem der Pfarrer trennen. Diese Pfarrstelle konnte aus finanziellen Gründen nicht neu besetzt werden. In der Folge kam es zur Diskussion, ob wir nun einfach aus fünf Pfarrbezirken durch eine andere Aufteilung vier Pfarrbezirke machen sollten oder ob nicht die Gelegenheit für einen ganz neuen Schritt genutzt werden sollte.

Stadtkirchenarbeit und Versöhnungstest

Nach einigen Diskussionen ergab sich das neue Konzept: Wir bilden drei Pfarrbezirke und eine nichtparochiale Stadtkirchenarbeits-Pfarrstelle. Ausdrücklich keine Sonderpfarrstelle, sondern eine Pfarrstelle ohne Bezirk, die integraler Bestandteil unserer Gesamt-Gemeindearbeit sein sollte. Das war sinnvoll und möglich, weil wir einen Pfarrer mit genau dazu passendem Begabungsprofil hatten (und noch haben).

Mittlerweile waren wir zu weiteren Einsparungen gezwungen. Nachdem wir von ehemals fünf Kindergärten drei geschlossen bzw. abgegeben haben, von ehemals fünf Gemeindehäusern zwei geschlossen bzw. abgegeben haben und uns auch von zwei Pfarrhäusern trennen mussten, kamen wir nicht umhin, uns auch von einer weiteren Pfarrstelle zu verabschieden. Dieser Prozess war sehr schwierig und zugegebenerweise ein Test unseres „Versöhnungszustandes“, zumal im Ergebnis die einzige hauptamtliche Pfarrerin diejenige war, die uns verlassen sollte. Im Presbyterium aber verlief die Entscheidungsfindung, ob und wer es sein sollte, in großer Versöhntheit.

nicht nur Zahlen:

Wir haben ca. 7.100 Gemeindemitglieder (Stand 2016),
3 Pfarrstellen für 4 hauptamtliche Pfarrer/innen,
1 uns zugeordnete Pfarrstelle im Entsendungsdienst für das Krankenhaus,
2 ehrenamtliche Pfarrerinnen,
2 Prädikanten,
1 A-Musiker-Stelle, die sich ein Kantorenehepaar teilt,
1 C-Musiker-Stelle für einen Posaunenchorleiter,
1 Jugendrefenten (fast komplett aus Spenden finanziert),
14 Presbyter, davon 3 Kirchmeister (für Bau, Finanzen und Inneres).

Wir haben drei denkmalgeschützte Kirchen, (ca. 1000, 500 und 300 Jahre alt),
von denen wir die älteste aus finanziellen Gründen an einen Förderverein abgegeben haben, können und sollen sie aber weiter wie „unsere“ benutzen.
4 Gemeindehäuser
3 Pfarrhäuser
2 Kindergärten, die jetzt zusammen ein Familienzentrum bilden.
Wir haben eine umfangreiche Chorarbeit
       mit Kantorei (ca. 65 SängerInnen),
       Seniorenkantorei (ca. 35 SängerInnen) und den
       Gospelchor „RiseUp!“,
       5 Jugendkantoreigruppen mit ca. 120 Kindern und Jugendlichen
1 Posaunenchor mit etwa 16 BläserInnen
Zusammen mit unseren katholischen Geschwistern gestalten wir ein umfangreiches ökumenisches Kirchenmusikprogramm.

Wichtig ist uns die Entwicklung von Gottesdiensten, die die Menschen erreichen. So feiern wir sonntags unseren Hauptgottesdienst um 10:30 Uhr wechselweise in einer unserer drei Kirchen und oft parallel dazu Kindergottesdienst. Nach dem Gottesdienst gibt es (fast immer) Kirchcafé mit ca. 30-70 Besuchern. Am ersten Freitagabend im Monat gibt es den Anbetungs- oder Lobpreisgottesdienst. Regelmäßig gibt es Gottesdienste mit besonderer Ausrichtung. Liturgisch sind wir offen für besondere Gottesdienstelemente.
Immer wieder stellen wir uns die Frage: Wie können wir Gottesdienst feiern, der die Menschen erreicht, ohne unsere Tradition einfach über den Haufen zu werfen?

Unsere Jugendarbeit stellt sich stark den Migrationsproblemen unserer Innenstadt. Die Mitarbeiter unseres Sozialzentrums „Lichtblick“ und der Verein „Lebenswert“ helfen den Menschen bei sozialen Problemen.
Seit 1996 gibt es bei uns im Winterhalbjahr den ökumenischen Mittagstisch „Iss was“: montags und donnerstags ein Mittagessen für kleines (oder kein) Geld.
Unsere umfangreiche diakonische Arbeit lebt vom Einsatz eines großen Teams von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.
Es gibt eine Reihe von Bibel- Gebets- und Hauskreisen. Seit vielen Jahren organisieren wir jährlich mindestens einen Alpha-Kurs sowie weitere Glaubenskurse (Stichwort: Religionsunterricht für Erwachsene u.a.). In den Herbstferien ist Zeit für die Kinderbibelwoche.
Mehr zu dieser sehr umfangreichen Arbeit finden Sie auf dieser homepage.

Diese Darstellung unserer Gemeinde kann nur andeuten, was bei uns los ist, was uns wichtig ist.
Was im Kern über uns gesagt werden kann, ist vielleicht dies:

Bei uns darf jeder sein.

Egal welches Alter und Geschlecht, welche Begabung, Intelligenz und „Glaubensrichtung“:

Wir leben Vielfalt.

Daher lautet unser Leitsatz:

versöhnt - verliebt - verbunden

 

Verfasser: Christof E.A. Wiedermann

 

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